Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten
Die Bayerische BU PROTECT Bundeswehr ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit echter Dienstunfähigkeitsklausel für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. Nicht jeder Versicherer nimmt Soldaten an. Die Bayerische hat dafür eine eigene Variante entwickelt, die Zeit- und Berufssoldaten absichert. Hier erfährst du, wie der Tarif funktioniert und worauf du achten solltest.
Warum Soldaten eine eigene Absicherung brauchen
Wirst du als Soldat dienstunfähig, hängt deine Versorgung stark von deinem Status ab. Soldaten auf Zeit werden bei Dienstunfähigkeit entlassen und erhalten kein Ruhegehalt. Sie bekommen je nach Dienstzeit Übergangsgebührnisse und werden in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Eine Erwerbsminderungsrente ist in jungen Jahren oft noch nicht erreichbar oder fällt sehr niedrig aus.
Berufssoldaten werden bei Dienstunfähigkeit in der Regel in den Ruhestand versetzt. Das Ruhegehalt richtet sich nach der Dienstzeit und liegt gerade in den ersten Jahren deutlich unter deinen bisherigen Bezügen. Wer als Berufssoldat die Wartezeit von fünf Jahren noch nicht erfüllt hat, wird grundsätzlich entlassen, es sei denn, die Dienstunfähigkeit beruht auf einer Wehrdienstbeschädigung. Eine private Dienstunfähigkeitsversicherung schließt diese Lücke.
Echte Dienstunfähigkeitsklausel nach Entscheidung des Truppenarztes
Dienstunfähigkeit liegt nach Angaben der Bayerischen vor, wenn du aufgrund der Entscheidung des Truppenarztes wegen Dienstunfähigkeit entlassen oder in den Ruhestand versetzt wirst. Die truppenärztliche Entscheidung ist ausschlaggebend. Die Bayerische prüft in diesem Fall also nicht selbst, ob du noch einen anderen Beruf ausüben könntest.
Berufsunfähigkeit ist immer mitversichert
Der Tarif sichert Dienstunfähigkeit und Berufsunfähigkeit in einem Vertrag ab. Du erhältst die Rente, wenn entweder eine Dienstunfähigkeit oder eine Berufsunfähigkeit vorliegt. Berufsunfähig bist du, wenn du deine zuletzt ausgeübte Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen mindestens sechs Monate zu mindestens 50 Prozent nicht ausüben kannst und keine andere gleichwertige Tätigkeit tatsächlich ausübst.
Unterschied zwischen Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit
Für Berufssoldaten zahlt die Bayerische, solange die Dienstunfähigkeit andauert, höchstens bis zum Ende der vereinbarten Leistungsdauer. Für Soldaten auf Zeit ist die Leistung aus der Dienstunfähigkeitsklausel auf zwei Jahre begrenzt. Danach zahlt der Tarif nur weiter, wenn eine Berufsunfähigkeit vorliegt. Gerade als Soldat auf Zeit solltest du diesen Punkt kennen, denn nach der Entlassung zählt dann die Berufsunfähigkeit.
Auslandseinsätze sind mitversichert
Einsätze mit Mandat der NATO oder der UNO sind laut Bayerischer mitversichert, wenn ein Kabinettsbeschluss oder die Zustimmung des Bundestages vorliegt. Das gilt auch für das passive Kriegsrisiko. In einer gewöhnlichen Berufsunfähigkeitsversicherung sind solche Einsätze meist nicht oder nur sehr eingeschränkt versichert.
Anpassung an den späteren Zivilberuf
Nach deiner Dienstzeit kannst du die Vertragslaufzeit und die Berufseinstufung an deinen neuen Zivilberuf anpassen, grundsätzlich ohne erneute Gesundheitsprüfung. Wirst du nach der Bundeswehr Beamter, ist in der Regel auch die Dienstunfähigkeit als Beamter versichert.
Laufzeit und Beitrag
In unserem Vergleichsrechner ist die Bayerische BU PROTECT Bundeswehr bis zu einem Endalter von 60 Jahren abschließbar. Das Höchstendalter liegt für Soldaten bei 60 Jahren. Für eine Monatsrente von 1.500 Euro, Endalter 60, Nichtraucher und überwiegende Bürotätigkeit haben wir folgende Monatsbeiträge ermittelt:
- Soldat auf Zeit, Unteroffizier in A 6, 23 Jahre: 87,07 Euro
- Oberleutnant in A 10 mit Masterabschluss, 27 Jahre: 90,24 Euro
- Hauptmann als Berufssoldat in A 11, 35 Jahre: 101,56 Euro
Der Beitrag hängt von Alter, Dienstgrad, Ausbildung, Tätigkeit und Gesundheit ab. Ein hoher Anteil an Bürotätigkeit senkt den Beitrag oft spürbar. Die Werte stammen aus unserem Vergleich mit Stand Oktober 2026 und dienen nur zur Orientierung.
Gesundheitsfragen und Antrag
Wie bei jeder Berufsunfähigkeitsversicherung stellt die Bayerische im Antrag Fragen zu deiner Gesundheit. Beantworte sie vollständig und wahrheitsgemäß, denn falsche Angaben können den Versicherungsschutz gefährden. Hast du Vorerkrankungen, lohnt sich vor dem Antrag eine anonyme Risikovoranfrage. So erfährst du vorab, ob und zu welchen Bedingungen du versichert werden kannst, bevor du einen Antrag stellst.
Worauf du beim Abschluss achten solltest
- Wähle die Rente so, dass sie deine Versorgungslücke im Ernstfall wirklich schließt.
- Prüfe als Soldat auf Zeit, ob dir die zweijährige Leistung aus der Dienstunfähigkeitsklausel ausreicht.
- Plane deinen Weg nach der Bundeswehr mit, damit du den Vertrag später passend anpassen kannst.
- Schließe möglichst früh ab, denn mit jungem Alter und guter Gesundheit ist der Beitrag am niedrigsten.
Die Bayerische BU PROTECT Bundeswehr im Vergleich
Für Soldaten gibt es nur wenige Tarife mit echter Dienstunfähigkeitsklausel. In unserem Vergleich kam neben der Bayerischen auch die NÜRNBERGER mit BU4Future in Frage. Welcher Tarif zu dir passt, hängt davon ab, ob du Soldat auf Zeit oder Berufssoldat bist, welche Laufbahn du planst und was du nach der Bundeswehr vorhast. Mehr dazu findest du auf unserer Seite zur Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten. Maßgeblich sind immer die aktuellen Versicherungsbedingungen.
Angaben nach der Produktinformation der Bayerischen, Stand September 2025, und unserem Vergleich, Stand Oktober 2026.


