Stärken und Grenzen
Wo ERGO überzeugt und wo du genauer hinschauen solltest
Was die Bedingungen gut abdecken
Wirst du vor deinem 46. Geburtstag dienstunfähig, hat ERGO eine echte Dienstunfähigkeitsklausel. Wirst du allein aus gesundheitlichen Gründen wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt oder entlassen, giltst du als berufsunfähig (Ziffer 3.7). ERGO prüft dann nicht noch einmal selbst, ob du deinen Beruf zu mindestens 50 Prozent ausüben kannst.
Ein Pluspunkt ist das Leistungspaket Premium. ERGO zahlt dann auch bei längerer Krankschreibung, bei bestimmten Krebsbehandlungen und beim Verlust einer Grundfähigkeit für eine begrenzte Zeit eine Rente (Ziffern 8, 11 und 12). Bei der Krankschreibung nennen die Bedingungen Beamte ausdrücklich (Ziffer 8.2). In unserem Marktvergleich bieten nicht alle Versicherer solche Leistungen auch für Beamte an.
Bis ERGO über deinen Antrag entschieden hat, kannst du die Beiträge zinslos stunden lassen (Ziffer 5.3). Sobald alle Unterlagen vorliegen und die Prüfung abgeschlossen ist, erklärt ERGO innerhalb von zwei Wochen, ob sie leistet (Ziffer 5.1).
Wo du genauer hinschauen solltest
Die wichtigste Grenze ist das Alter. Die Dienstunfähigkeitsklausel gilt nur, wenn du vor deinem 46. Geburtstag dienstunfähig wirst. Danach prüft ERGO die Berufsunfähigkeit nach den allgemeinen Regeln (Ziffer 3.7). Das heißt, du musst nachweisen, dass du deinen Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Außerdem darf ERGO dich auf eine andere Tätigkeit verweisen, die du konkret ausübst oder ausgeübt hast und die deiner bisherigen Lebensstellung entspricht (Ziffer 3.1 und Ziffer 3.1.1). Mit zunehmendem Alter steigt in der Regel das Risiko, dienstunfähig zu werden.
Als Beamter auf Widerruf oder auf Probe zahlt ERGO wegen Dienstunfähigkeit höchstens drei Jahre (Ziffer 3.7). Danach kommt es darauf an, ob du nach den allgemeinen Regeln berufsunfähig bist.
Die Bedingungen sehen keine Leistung bei Teil-Dienstunfähigkeit und keine eigene Klausel für Polizei, Justizvollzug oder Feuerwehr vor. Wirst du nur polizeidienstunfähig und in eine andere Laufbahn übernommen, statt entlassen oder in den Ruhestand versetzt zu werden, greift die Klausel in Ziffer 3.7 nicht. ERGO prüft dann nach den allgemeinen Regeln der Berufsunfähigkeit.
Flexibel bei Veränderungen
Bei bestimmten Anlässen kannst du deine Rente ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen, solange du das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet hast. Solche Anlässe sind zum Beispiel Heirat, die Geburt eines Kindes, der Kauf einer selbst genutzten Immobilie oder der Abschluss einer Ausbildung oder eines Studiums. Den Antrag stellst du innerhalb von sechs Monaten nach dem Anlass (Teil F Ziffer 3.2 und Ziffer 3.3). Die Ernennung zum Beamten auf Probe oder auf Lebenszeit und eine höhere Besoldungsgruppe zählen nicht zu den genannten Anlässen.
Je Erhöhung steigt deine Monatsrente um 50 bis 500 Euro, höchstens aber um 100 Prozent, insgesamt um höchstens 1.000 Euro (Teil F Ziffer 3.3). In den ersten fünf Jahren geht eine Erhöhung einmal auch ohne Anlass, wenn du jünger als 35 Jahre bist und der Vertrag nicht mit vereinfachter Gesundheitsprüfung zustande kam (Teil F Ziffer 3.5). Deine gesamte Absicherung muss dabei in einem angemessenen Verhältnis zu deinem Einkommen stehen (Teil F Ziffer 3.7).
Brauchst du eine Pause, kannst du die Beitragszahlung nach dem ersten Vertragsjahr bis zu 24 Monate unterbrechen, in der Elternzeit sogar bis zu 36 Monate. Dadurch sinken allerdings deine garantierten Leistungen (Teil D Ziffer 4.1). Alternativ kannst du die Beiträge nach drei Vertragsjahren bis zu zwölf Monate stunden lassen. In diesem Fall bleiben die Leistungen gleich, die gestundeten Beiträge zahlst du danach in einer Summe nach (Teil D Ziffer 4.2).